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Deutsche Leberhilfe e.V.
Deutsche Leberstiftung
Gastro-Liga e.V.

20.11.2016

Volkskrankheit Fettleber – Leberwerte testen und rechtzeitig behandeln

Köln, 20. November 2016

Experten sprechen von einer neuen Volkskrankheit: Rund ein Drittel der Erwachsenen hat eine vergrößerte Leber. Damit ist die Fettleber die häufigste Lebererkrankung in Deutschland, die zudem noch das Risiko erhöht, zuckerkrank zu werden. Zu den Ursachen zählen vor allem falsche Ernährung und Übergewicht, starker Alkoholkonsum und auch eine bestehende Diabetes. Die Gastro-Liga e. V., die gemeinsam mit der Deutschen Leberstiftung und der Deutschen Leberhilfe e. V. den Deutschen Lebertag am 20. November 2016 ausrichtet, nimmt den diesjährigen Aktionstag zum Anlass, über die häufig unterschätzte Erkrankung Fettleber zu informieren. Mit dem Motto „Leber/wert/voll“ richten die drei Ausrichter des Deutschen Lebertages den Fokus auf die Bestimmung der Leberwerte.

Aktuell gibt es immer wieder Schlagzeilen zu den großen Erfolgen bei den neuen Hepatitis C-Therapien mit Heilungsquoten von 95 Prozent und mehr. Für die vielen Patientinnen und Patienten, deren Erkrankung durch die Infektion mit dem Hepatitis C-Virus verursacht wurde, sind die neuen und weniger belastenden Therapien eine sehr positive Entwicklung. Doch Lebererkrankungen können nicht nur durch Hepatitisviren, sondern auch durch Ernährung bedingt sein. Durch vermehrte Fettablagerung in den Leberzellen kann eine Fettleber entstehen. Diese kann sich dann entzünden (Fettleberhepatitis). Dazu gehört die durch Alkoholkonsum verursachte „alkoholische Leberentzündung“, die einen großen Anteil der Lebererkrankungen ausmacht. Eine „nicht-alkoholische Fettleberentzündung“ entsteht durch falsche Ernährung oder Störungen des Stoffwechsels, wie bei Diabetes mellitus oder Übergewicht. Die zunehmende Verfettung der Leber wird anfänglich von den Patientinnen und Patienten oft nicht bemerkt, denn sie bereitet zunächst keine Beschwerden: „Häufig entwickelt sich eine Fettleberhepatitis ohne Symptome, oder die Patienten leiden unter unspezifischen Symptomen. Druck im Oberbauch, Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit sind einige mögliche Anzeichen“, erläutert Professor Dr. Peter R. Galle, Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, und ergänzt: „Lässt man seine Leberwerte testen, ist eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung von Lebererkrankungen möglich.“

Damit diese wichtige und gleichzeitig einfache Form der Leber-Diagnostik von möglichst vielen Menschen, die zur Risikogruppe zählen, in Anspruch genommen wird, haben die Ausrichter den diesjährigen Deutschen Lebertag unter das Motto „Leber/wert/voll“ gestellt.

Wenn die Leberwerte erhöht sind und die weitere Diagnostik wie Ultraschall und Biopsie das Vorliegen einer nichtalkoholischen oder alkoholischen Fettleber bestätigt, kann „gegengesteuert“ werden. Es gibt keine anerkannte medikamentöse Behandlung der Fettleber. Daher versucht man im Einzelfall, die Ursache herauszufinden und diese auszuschalten: „Durch Veränderungen der Essgewohnheiten und des Lebensstils kann sich eine Fettleber auch wieder zurückbilden. Einer Entzündung der Leber wird vorgebeugt und in der Folge ein Leberzellkrebs vermieden“, sagt Professor Galle.

Alle Institutionen, die an dem bundesweiten 17. Deutschen Lebertag mit einer lokalen Veranstaltung aufklären und informieren möchten, werden von den Ausrichtern bei der Pressearbeit und mit Veranstaltungsmaterialien unterstützt. Informationen, Anmeldungen und Downloads unter www.lebertag.org

Gastro-Liga

Die Gastro-Liga – Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung e. V. – ist eine gemeinnützige Organisation von Laien und Ärzten. Sie wurde 1989 gegründet. Ihr Ziel ist es, die Behandlung und Prävention von Erkrankungen des Verdauungstraktes, Störungen des Stoffwechsels und ernährungsbedingter Krankheiten zu verbessern. Anerkannte Mediziner unterstützen die Arbeit der Gastro-Liga und informieren über Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Verdauungskrankheiten. Die Gastro-Liga arbeitet eng mit der Wissenschaft zusammen. Die meisten führenden Mediziner in Deutschland, die auf dem Gebiet der Verdauungskrankheiten arbeiten, gehören dem Wissenschaftlichen Beirat der Liga an.

Kontakt:

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e. V. / Professor Dr. Peter R. Galle, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats / Friedrich-List-Straße 13, 35398 Gießen, Tel. 06 41 – 9 74 81-0 Fax 06 41 – 9 74 81-18 / geschaeftsstelle@gastro-liga.de / www.gastro-liga.de

 


20.11.2016

Die neuen Hepatitis C-Therapien: 95-prozentige Heilungsquote

Köln, 20. November 2016

Mit dem Slogan „Leber/wert/voll“ des 17. Deutschen Lebertages lenkt der bundesweite Aktionstag die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Leberwerte. Häufig verursacht eine Lebererkrankung keine oder nur unspezifische Symptome. Genaue Hinweise auf den Gesundheitszustand der Leber kann ein Test der Leberwerte geben. Und das ist wichtig, denn auch bei Lebererkrankungen gilt: Für den Erfolg einer Therapie ist die frühzeitige Erkennung entscheidend. Speziell mit den neuen Hepatitis C-Therapien können 95 Prozent der behandelten Patientinnen und Patienten geheilt werden. Die Deutsche Leberstiftung, die gemeinsam mit der Deutschen Leberhilfe e. V. und der Gastro-Liga e. V. den Deutschen Lebertag am 20. November 2016 ausrichtet, hat die Entwicklung dieser neuen Medikamente und ihre Erprobung in Deutschland unterstützt.

Eine Virushepatitis ist eine durch Viren verursachte Entzündung der Leber. Die Hepatitisformen B und C sind die häufigsten chronischen Verlaufsformen, die über Jahre zur Zerstörung des Organs und zur Leberzirrhose (Lebervernarbung) und zum Hepatozellulären Karzinom (Leberzellkrebs) führen können. Lange Zeit konnte nur ein Teil der Hepatitis C-Erkrankten behandelt und geheilt werden. Die Heilungschancen sind dank neuer Medikamente, die zuverlässiger sind und weniger Nebenwirkungen verursachen, gestiegen. Dies bestätigt auch Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung: „Die Effektivität der Hepatitis C-Therapien konnte enorm gesteigert werden. Noch vor circa 25 Jahren lag die Heilungsquote bei nur fünf bis zehn Prozent. Mit den neuen Hepatitis C-Therapien können 95 Prozent der behandelten Patientinnen und Patienten geheilt werden“.

Das zeigen auch Ergebnisse aus dem Deutschen Hepatitis C-Register, einem der größten Register weltweit zu dieser Erkrankung, das die Deutsche Leberstiftung über die Leberstiftungs-GmbH Deutschland führt.

Diese positive Entwicklung ist die ideale Basis, um den im September 2016 vom WHO-Regionalkomitee für Europa verabschiedeten Aktionsplan zur Eliminierung von viraler Hepatitis bis 2030 erfolgreich umzusetzen. Ein kritischer Punkt sind die hohen Kosten der neuen Hepatitis C-Therapien und die im internationalen Vergleich unterschiedlichen Preise. „Deutschland ist eines der wenigen Länder, die keine wesentlichen Einschränkungen bei der Therapiekosten-Übernahme haben. Es ist aber nicht einzusehen, warum die neuen Hepatitis C-Medikamente in Deutschland mit am teuersten sind – auch nach Abzug der 19-prozentigen Mehrwertsteuer“, sagt Professor Manns und führt weiter aus: „Hier sind die zuständigen Organisationen gefordert, eine Preisreduzierung zu erzielen.“

Damit sowohl die Öffentlichkeit als auch die relevanten Organisationen mit diesem wichtigen Zukunftsthema konfrontiert werden, hat die Deutsche Leberstiftung zehn Tage nach dem Deutschen Lebertag das „Strategietreffen Virushepatitis in Deutschland eliminieren“ in Berlin organisiert. Am 30. November 2016 werden Experten aus den Bereichen Medizin und Gesundheitswesen, der Patienten-Selbsthilfe und der Pharmaindustrie das Thema Virushepatitis diskutieren.

Alle Institutionen, die an dem bundesweiten 17. Deutschen Lebertag mit einer lokalen Veranstaltung aufklären und informieren möchten, werden von den Ausrichtern bei der Pressearbeit und mit Veranstaltungsmaterialien unterstützt. Informationen, Anmeldungen und Downloads unter www.lebertag.org

10 Jahre Deutsche Leberstiftung

Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung seit ihrer Gründung vor zehn Jahren sehr erfolgreich. Weitere Informationen: www.deutsche-leberstiftung.de

Kontakt:

Deutsche Leberstiftung

Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender / Bianka Wiebner, Hauptgeschäftsführerin

Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover, Tel 0511 – 532 6815 / Fax 0511 – 532 6820

presse@deutsche-leberstiftung.de / www.deutsche-leberstiftung.de


20.11.2016

Presseinformation Virushepatitis bis 2030 eliminieren – effektive Screening-Programme sind notwendig

Köln, 20. November 2016

Bis zum Jahr 2030 sollen mit dem bisher weltweit größten Engagement Hepatitis B und C nach dem Willen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eliminiert sein. Das WHO-Regionalkomitee für Europa, das beschlussfassende Organ der WHO in der Europäischen Region, hat im September 2016 den entsprechenden Aktionsplan für Europa übernommen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Erkrankten identifiziert und ihnen Zugang zu Therapien verschafft werden. Voraussetzung dafür sind effektive Screening-Programme, in denen die wichtigen Leberwerte analysiert werden. Mit dem Motto „Leber/wert/voll“ weist der 17. Deutsche Lebertag am 20. November 2016 darauf hin, dass die Leberwerte entscheidende Hinweise auf den Gesundheitszustand dieses lebenswichtigen Organs geben können. Die Deutsche Leberhilfe e. V., die gemeinsam mit der Deutschen Leberstiftung und der Gastro-Liga e. V. den Aktionstag ausrichtet, engagiert sich seit 25 Jahren und hat sich als Informationsschnittstelle zwischen Ärzten und Leberpatienten etabliert.

Lebererkrankungen müssen früh diagnostiziert werden. Erkrankte haben jedoch meistens nur unspezifische Symptome. Bei einer Fettleber spüren die Betroffenen manchmal nur ein leichtes Druckgefühl im Oberbauch. Auch eine Leberentzündung verursacht keine Schmerzen, sondern eher allgemeine Symptome wie beispielsweise Müdigkeit und Appetitlosigkeit oder Völlegefühl. Nur ein Arzt kann eine Lebererkrankung im Rahmen einer Bestimmung der Leberwerte sicher erkennen. Um zu gewährleisten, dass die Diagnose nicht erst dann gestellt wird, wenn die Krankheit schwere Verläufe annimmt, ist Früherkennung wichtig: „Damit das von der Weltgesundheitsorganisation angestrebte Ziel, bis zum Jahr 2030 Hepatitis B und C zu eliminieren, auch in Deutschland erreicht werden kann, brauchen wir ein effektives Screening-Programm“, sagt Professor Dr. Claus Niederau, Vorstandsvorsitzender Deutsche Leberhilfe e. V., und ergänzt: „Bei der Bestimmung der Leberwerte kann ein erhöhter GPT-Wert Hinweise auf eine Entzündung oder Infektion der Leber geben. Eine Hepatitis-Infektion wird mit einem Antikörpertest oder direktem Virusnachweis im Blut festgestellt.“

Am Beispiel von Hepatitis C belegt der „Eco-Hep-Report“ der Deutschen Leberhilfe, dass es medizinisch möglich, ökonomisch sinnvoll und ethisch geboten ist, Hepatitis C zu eliminieren. Auch das Fazit dieser Studie beinhaltet die Etablierung einer konsequenten Screening-Strategie: Lebererkrankte können nur geheilt werden, wenn ihr Leiden identifiziert ist.

Selbstverständlich ist neben der Früherkennung auch die persönliche Lebensweise ein entscheidender Faktor für die Lebergesundheit und steht im Fokus des Deutschen Lebertages: „Zum Schutz der Leber ist neben mäßigem Alkoholkonsum das Vermeiden von Übergewicht wichtig. Darüber hinaus sollten so wenige Medikamente wie möglich eingenommen werden. Zum Beispiel können Schmerzmittel wie Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac und andere die Leber schädigen, insbesondere wenn sie zu häufig eingenommen werden. Und selbstverständlich ist ein Schutz vor Hepatitis-Infektionen wichtig“, sagt Professor Niederau.

Alle Institutionen, die an dem bundesweiten Aktionstag mit einer lokalen Veranstaltung aufklären und informieren möchten, werden von den Ausrichtern bei der Pressearbeit und mit Veranstaltungsmaterialien unterstützt. Informationen, Anmeldungen und Downloads unter www.lebertag.org

Deutsche Leberhilfe e. V.

Die Deutsche Leberhilfe wurde vor über 25 Jahren von engagierten Patienten gegründet. Der gemeinnützige Verein ist bundesweit tätig und hat sich als Informationsschnittstelle zwischen Ärzten und Leberpatienten etabliert. Die Leberhilfe verfolgt als Hauptziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, indem sie Patienten und ihre Angehörigen berät und Informationsschriften herausgibt. Ein weiteres Ziel des Vereins ist, die Bevölkerung über mögliche Ursachen, Verlauf, Therapie und Verhütung von Leberkrankheiten zu informieren. Langfristig soll dies dazu beitragen, Vorurteile zu entkräften und den schlechten Ruf der Lebererkrankungen als „selbstverschuldete" Krankheiten zu verbessern.

Kontakt:

Deutsche Leberhilfe e. V., Professor Dr. Claus Niederau,
Vorstandsvorsitzender

Krieler Straße 100, 50935 Köln, Telefon: 0221 / 28 299-80, Telefax: 0221 / 28 299-81

info@leberhilfe.org / www.leberhilfe.org


26.07.2016

Welt-Hepatitis-Tag: Start der NOhep-Kampagne für eine Welt ohne Virushepatitis

Gießen, Hannover, Köln, 26. Juli 2016

Dem „stillen Killer“ Virushepatitis soll mit einer globalen Kampagne langfristig endgültig das Handwerk gelegt werden: Mit dem Welt-Hepatitis-Tag der WHO am 28. Juli 2016 startet eine internationale Kampagne. „NOhep… für eine Welt ohne Hepatitis“ lautet das Motto in Deutschland. Das globale Ziel ist klar definiert: Bis zum Jahr 2030 sollen Hepatitis B und C eliminiert sein. Aktuell leidet weltweit noch einer von zwölf Menschen an chronischer Hepatitis B oder C – und nur die wenigsten wissen von ihrer Erkrankung. Auch die Ausrichter des 17. Deutschen Lebertages am 20. November 2016 beteiligen sich an der Eliminierung der Virushepatitis und weisen dieses Jahr insbesondere auf die Bedeutung der Leberwerte für die Diagnose des „stillen Killers“ hin. Weitere Informationen unter www.welthepatitistag.info und www.lebertag.org Die Leber meckert nicht – sogar dann nicht, wenn sie leidet. Symptome, die auf eine Erkrankung deuten könnten, entwickeln sich oftmals erst nach Jahren. Aus diesem Grund ist die Bestimmung der Leberwerte wichtig: „Auch leicht erhöhte Leberwerte sollten abgeklärt werden, um eine Infektion mit dem Hepatitis B- oder C-Virus auszuschließen. Bei erhöhten Leberwerten sollte unbedingt ein einfacher Bluttest auf HBsAg und Anti-HCV durchgeführt werden“, betont Prof. Dr. Claus Niederau, Vorstandsvorsitzender Deutsche Leberhilfe e. V. und stellt fest: „Wenn eine Lebererkrankung frühzeitig diagnostiziert wird, sind die Heilungschancen höher. Unbehandelt können viele Lebererkrankungen zur Leberzirrhose und zum Leberzellkrebs führen.“ Chronische Hepatitis C ist mit neuentwickelten Medikamenten mittlerweile fast immer heilbar. Die chronische Hepatitis B ist mit Medikamenten fast immer kontrollierbar. Außerdem gibt es eine Schutzimpfung gegen Hepatitis B. Durch gezielte Prävention (zum Beispiel die Impfung gegen Hepatitis B) sowie den flächendeckenden Zugang zu den neuen Behandlungsoptionen ist heute medizinisch die Elimination der Virushepatitis B und C möglich. Darauf richten sich auch die globalen Forderungen der NOhep-Bewegung, die Politiker, Mediziner und die breite Öffentlichkeit erreichen und mobilisieren sollen. Der Virushepatitis systematisch im eigenen Land den Kampf anzusagen, dazu haben sich bereits die 194 Mitgliedsstaaten der WHO verpflichtet.
Deutschland geht durch den Beschluss der Bundesregierung vom 6. April 2016 mit der „BIS 2030-Strategie“ an den Start: Hepatitis B und C sowie HIV und andere Infektionskrankheiten sollen bis 2030 erfolgreich bekämpft sein. An diesem Kampf gegen Lebererkrankungen beteiligen sich die Deutsche Leberstiftung, die Deutsche Leberhilfe e. V. und die Gastro-Liga e. V., auch als Ausrichter eines weiteren Aktionstages: dem 17. Deutschen Lebertag am 20. November 2016, der unter dem Motto „Leber/wert/voll“ steht. Alle Institutionen, die an dem bundesweiten Aktionstag mit einer lokalen Veranstaltung aufklären und informieren möchten, werden von den Ausrichtern bei der Pressearbeit und mit Veranstaltungsmaterialien unterstützt. Informationen, Anmeldungen und Downloads unter www.lebertag.org

Ansprechpartner

Deutsche Leberhilfe e. V.
Prof. Dr. Claus Niederau, Vorstandsvorsitzender
Krieler Straße 100, 50935 Köln
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www.leberhilfe.org


Deutsche Leberstiftung
Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender
Bianka Wiebner, Hauptgeschäftsführerin
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
presse(at)deutsche-leberstiftung.de
www.deutsche-leberstiftung.de


Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten
von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des
Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e. V.

Prof. Dr. Peter R. Galle, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats
Friedrich-List-Straße 13, 35398 Gießen
geschaeftsstelle(at)gastro-liga.de
www.gastro-liga.de

 

 


12.07.2016

Urlaub, die schönste Zeit des Jahres kann eine Gefahr für das wertvolle Organ Leber sein: Jetzt gegen Virushepatitis impfen

Gießen, Hannover, Köln, 12. Juli 2016

In einigen Bundesländern haben die Schulferien bereits begonnen. Jetzt startet die Reise-Hauptsaison. Die Freude ist groß: Sonne, Strand und Meer versprechen Erholung und Spaß. Doch in vielen beliebten Urlaubsregionen – wie beispielsweise in der Mittelmeer-Region und in den Tropen – gibt es auch ein häufig unterschätztes Gesundheitsrisiko: Die Ansteckung mit einem Hepatitis-Virus. Einen wirksamen Schutz bietet die Impfung gegen Hepatitis A und B. Anlässlich des 17. Deutschen Lebertages am 20. November 2016 weisen die Ausrichter Deutsche Leberstiftung, Deutsche Leberhilfe e. V. und Gastro-Liga e. V. auf die Ansteckungsgefahren und Vorsorgemöglichkeiten hin. Der diesjährige Lebertag steht unter dem Motto: „Leber/wert/voll“. Das Motto unterstreicht die Wichtigkeit des zentralen Stoffwechselorgans Leber und betont gleichzeitig die Notwendigkeit, die Leberwerte bestimmen zu lassen.

Ferienzeit – Hauptsaison für Hepatitis A

„Jede Reise-Hauptsaison ist gleichzeitig eine Hepatitis-Hauptsaison. In Deutschland ist die Hepatitis A zu einer Reisekrankheit geworden. Über die Hälfte der auftretenden Hepatitis A-Virusinfektionen wurden auf Reisen erworben“, erläutert Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. Die Hepatitis A wird durch das Hepatitis-A-Virus (HAV) verursacht. Die Ausscheidung des Erregers erfolgt über den Darm. Das HAV ist stabil gegenüber vielen Umwelteinflüssen und resistent gegenüber vielen Desinfektionsmitteln. Eine Hepatitis A klingt zwar bei gesunden Menschen in der Regel nach einer Weile von selbst ab, doch bei älteren oder kranken Menschen kann eine Hepatitis A auch zu einem akuten Leberversagen führen. Eine wirkungsvolle Impfung schützt vor Hepatitis A. Selbst kurz vor Antritt der Reise ist es nicht zu spät für die Impfung.

Ferienzeit – Hepatitis B-Risiko bei Sex, Tattoo und Piercing

Neben der Ansteckungsgefahr mit dem HAV besteht im Urlaub ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Hepatitis B-Virus (HBV). Die Ansteckung erfolgt in erster Linie über Blut, Sperma oder Vaginalsekret. In einigen Fällen ist auch eine Übertragung durch Speichel möglich. Der häufigste Übertragungsweg ist ungeschützter Sex. Auch Tätowierungen, Ohrlochstechen oder Piercings, die nicht steril durchgeführt werden, sind riskant. Das Hepatitis B-Virus ist fünfzig- bis hundertmal infektiöser als HIV und schon eine kleine Menge Blut reichen aus, um sich zu infizieren. Sogar bei Kontakten mit der Gefahr kleinster Hautverletzungen wie beim Friseur (beispielsweise beim Nackenausrasieren), bei der Fußpflege oder bei unvorhergesehenen ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen besteht ein Infektionsrisiko, wenn keine hygienischen Bedingungen herrschen. Meist bemerken Infizierte nichts von ihrer Erkrankung. Kommt es jedoch zu einer chronischen Entzündung, besteht ein erhöhtes Risiko für bindegewebsartige Veränderungen der Leber (Fibrose) oder Zirrhose. Vor allem bei einer bestehenden Zirrhose ist das Risiko für einen Leberzellkrebs deutlich erhöht. Größtmöglichen Schutz vor einer Übertragung des Hepatitis B-Virus gewährleistet eine entsprechende Impfung.

Ferienzeit – Kombinationsimpfung bietet Schutz

Einen wirksamen Schutz vor einer Ansteckung mit Hepatitis A und B bietet eine Impfung. Beim Einsatz von Kombinations-Impfstoffen, die gegen Hepatitis A und B schützen, ist die Anzahl der notwendigen Injektionen vermindert und schützt für viele Jahre gegen eine Neuinfektion. Die Impfung erfolgt in drei Etappen: Die erste und zweite Spritze werden in einem Abstand von einem Monat gegeben; die dritte Spritze erfolgt nach weiteren fünf Monaten. Bei gesunden Erwachsenen besteht auch die Möglichkeit, durch ein beschleunigtes Schema an den Tagen 0, 7 und 21 den Impfschutz schneller zu erreichen. Die Impfungen sind im Allgemeinen gut verträglich.

Eine Impfung gegen Hepatitis B schützt auch vor Hepatitis D, da diese Erkrankung nur mit einer Hepatitis B gemeinsam vorkommen kann.

Ferienzeit – Restrisiko Hepatitis C

Eine Schutzimpfung gegen Hepatitis C steht bisher nicht zur Verfügung. Das Hepatitis C-Virus (HCV) wird fast ausschließlich über Blut-Kontakte übertragen. Unsterile Tätowiernadeln, Piercings oder Rasiermesser sind die Haupt-Infektionsquellen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) infizieren sich jährlich mehrere Millionen Menschen mit dem Virus. In einigen Regionen Asiens oder Afrikas tragen mehr als fünf Prozent der Bevölkerung das Hepatitis C-Virus in sich. Es gibt heute sehr wirksame Therapien gegen Hepatitis C. Die Heilungsraten liegen in der Regel zwischen 90 und 100 Prozent. Allerdings wird die Erkrankung oft spät erkannt und kann unbehandelt in einer Leberzirrhose oder einem Leberzellkrebs münden. Auch hier ist die frühe Entdeckung der Erkrankung im Rahmen einer Untersuchung wichtig.

Auf die Bedeutung der Vorsorge-Untersuchungen und Schutzmöglichkeiten durch Impfungen weisen die Ausrichter des 17. Deutschen Lebertages am 20. November 2016 hin. Aufmerksamkeitsstark wird der bundesweite Aktionstag unter das Motto „Leber/wert/voll“ gestellt. Das Motto unterstreicht die Wichtigkeit des zentralen Stoffwechselorgans Leber und impliziert gleichzeitig die Notwendigkeit, die Leberwerte bestimmen zu lassen. www.lebertag.org

Ansprechpartner

Deutsche Leberhilfe e. V.
Prof. Dr. Claus Niederau, Vorstandsvorsitzender
Krieler Straße 100, 50935 Köln
info@leberhilfe.org
www.leberhilfe.org

 

Deutsche Leberstiftung
Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender
Bianka Wiebner, Hauptgeschäftsführerin
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
presse(at)deutsche-leberstiftung.de
www.deutsche-leberstiftung.de

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten
von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des
Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e. V.

Prof. Dr. Peter R. Galle, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats
Friedrich-List-Straße 13, 35398 Gießen
geschaeftsstelle(at)gastro-liga.de
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